Katholische Pfarrkirche St. Dionysius in Havixbeck
Die katholische Pfarrkirche St. Dionysius wurde Anfang des 14. Jh.s als westfälische Hallenkirche mit drei Schiffen zu drei Jochen errichtet. Die Kreuzrippen der Gewölbe werden von figürlichen und ornamentalen Schlusssteinen zusammengefasst. Im Chorgewölbe wurden 1968 Überreste der ursprünglichen Ausmalung freigelegt. Der massive Westturm mit den rundbogigen, romanischen Schalllöchern gehört zur romanischen Vorgängerkirche des 12. Jh.s.
Zur spätgotischen Ausstattung zählt der Sakramentsturm von 1450, der elegantes gotisches Zierwerk mit Figur und Ornament vereint. Die 7 noch erhaltenen Figuren werden der Werkstatt des Meisters des Bentlager Sippenreliefs zugeschrieben. Aus derselben Zeit stammen der schlichte, achtseitige Taufstein und die spätgotische Kanzel mit durchbrochenem Maßwerk. Der Osterleuchter mit Samson an der Säule entstand 1528 in der Brabender-Werkstatt in Münster.
In einer Nische der Turmkapelle steht ein hölzernes Vesperbild aus der Mitte des 15. Jh.s. Auf der Nordseite des Chores sehen wir das Epitaph "Die Beweinung Christi", eine Meisterarbeit von Evert von Roden (1520). Bei der Wappentafel (1601) an der südlichen Chorwand handelt es sich um eine Aufschwörungstafel der Familien von Beveren/von Twickel, den Erbprovisoren der Pfarrkirche.
Die 11 Engel, die an der Stirnwand des Chores ein silbernes Altarkreuz (1928) umgeben, sowie die Reliefs von der "wunderbaren Brotvermehrung" und der "Hochzeit zu Kana" schuf der münsterische Bildhauer Heinrich Fleige; sie zierten einst den neugotischen Hochaltar aus Baumberger Stein (1885). Aus der neugotischen Umgestaltung der Kirche durch Hilger Hertel stammen ebenfalls die Bildwände der alten Seitenaltäre (Retabeln), der Kreuzweg, der auf Kupferplatten gemalt ist, sowie die Figuren aus Baumberger Stein an den Wanddiensten.
Am neuen Zelebrationsaltar (1970) sind in Treibarbeit aus feuerversilbertem Kupfer das Abendmahl und die Szene "Moses schlägt Wasser aus dem Felsen" dargestellt. Mit der Aufstellung des neuen Altars fand auch das barocke Kreuz, das über dem Altar hängt, in die Kirche zurück.
Kleiner Kirchenführer von M. Vennemann, 1998. Den großen Kirchenführer können Sie im Pfarrbüro St. Dionysius, in der Bücherei oder im Schriftenstand der Kirche kaufen.
